Gold vs. Bitcoin – Wer ist der bessere Wertspeicher?

Vergleich der Vor- und Nachteile von Gold und Kryptowährungen als Geldanlage

Gold und Bitcoin – zwei Anlageklassen, die auf den ersten Blick wenig gemein haben. Das eine ist ein traditionelles Edelmetall, das andere eine innovative Kryptowährung. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Es gibt durchaus Parallelen zwischen diesen beiden Sachwerten.

Sowohl Gold als auch Bitcoin gelten ihren Anhängern als sichere Wertaufbewahrung in Krisenzeiten. Sie versprechen Unabhängigkeit von Staaten und Zentralbanken. Zudem winken spektakuläre Renditen – zumindest beim Bitcoin.

Doch wo liegen die konkreten Stärken und Schwächen von Gold und Bitcoin als Geldanlage? Dieser Artikel vergleicht die beiden Anlageklassen in zentralen Kategorien. Am Ende zeigt sich: Es gibt nicht nur Gegensätze, sondern auch mögliche Ergänzungen zwischen dem traditionellen Gold und der innovativen Kryptowährung.

Sicherheit und Beständigkeit – klare Stärken von Gold

Keine Anlageform ist so sicher wie Gold. Kriege, Depressionen, Währungsreformen, Börsencrashs – Gold hat alles überdauert. Gold ist das Urvertrauen in dauerhaften Wert. Diese jahrtausendealte Reputation und Akzeptanz kann keine neu erschaffene Kryptowährung aufweisen.

Anders als Gold unterliegen Kryptogeld wie Bitcoin technischen und systemimmanenten Risiken. Ohne Strom und Internet funktionieren Kryptowährungen nicht. Sie könnten durch Hackerangriffe oder Systemfehler zerstört werden. Niemand weiß, ob Bitcoin in 10 oder 20 Jahren noch Bestand hat. Das Vertrauen in die Zukunft von Bitcoin ist damit viel geringer als in den ewigen Wert von Gold.

Zudem ist Gold auch als Rohstoff begehrt, vor allem in der Schmuckindustrie und High-Tech-Branche. Es hat damit einen inneren Gebrauchswert – anders als Bitcoin, dessen Wert rein virtueller Natur ist.

Für nervöse Gemüter ist Gold also die bessere Wahl. Bei Gold müssen Anleger keine Angst vor einem Totalverlust haben. Die Kursausschläge sind im Vergleich zu Bitcoin geradezu langweilig stabil.

Sowohl Gold als auch Bitcoin lassen sich auf verschiedene Arten erwerben.

Für den Kauf von physischem Gold kommen Münzen oder Barren in Frage, die man bei Banken, Edelmetallhändlern oder auch im Internet bestellen kann. Alternativ kann man über Gold-ETFs oder Goldminen-Aktien ein Gold-Investment aufbauen.

Bitcoins kauft man am einfachsten über spezielle Kryptobörsen wie Immediate Momentum im Internet. Dort eröffnet man ein Wallet und kann dann mit Euro oder anderen Währungen Bitcoins erwerben. Wichtig ist, die Bitcoins anschließend in eine eigene digitale Geldbörse (Wallet) zu transferieren und sicher zu verwahren. Eine Alternative zum Direktkauf ist auch der Erwerb eines Kryptowährungs-ETFs oder -ETCs.

Beide Anlageklassen sollten zudem nur mit Geld erworben werden, das langfristig entbehrlich ist. Aufgrund der Volatilität eignen sie sich nicht für kurzfristige Spekulationen.

Bitcoin punktet mit Renditechancen und Anonymität

Bei den Renditemöglichkeiten lässt Bitcoin dagegen Gold meilenweit hinter sich. Wer früh in Bitcoin investiert hat, konnte enorme Wertsteigerungen von über 400.000 Prozent seit 2011 verbuchen. Im selben Zeitraum legte Gold nur um rund 40 Prozent zu.

Bitcoin bietet Investoren damit das Potential für schnellen Reichtum – aber auch für schnelle Verluste, wie das Jahr 2022 gezeigt hat. Die Volatilität ist enorm. Anleger brauchen starke Nerven.

Ein Vorteil der Kryptowährung ist die anonyme Transaktionsmöglichkeit. Bei Goldkäufen über 1.999 Euro müssen Käufer sich ausweisen. Bitcoin ermöglicht vollkommen anonyme Zahlungen ohne Limit. Allerdings befördert diese Anonymität auch Geldwäsche und andere kriminelle Transaktionen.

Für den Alltag als Zahlungsmittel taugt Bitcoin heute noch nicht wirklich. Doch mit wachsender Infrastruktur und Akzeptanz bei Händlern könnte sich das mittelfristig ändern. Bitcoin hat damit klares Zukunftspotenzial beim Bezahlen, Gold hat hier keine Chancen.

Einige Kritiker sehen allerdings die fehlende Regulierung und Intransparenz bei Bitcoin als Risiko. Im Gegensatz zu Gold wird Bitcoin nicht von demokratisch legitimierten Instanzen beaufsichtigt. Dies könnte sich aber mit zunehmender Verbreitung ändern.

Umweltbilanz und Kostenvergleich

Auch bei Umweltaspekten und Kosten schneidet Bitcoin nicht so schlecht ab wie manchmal dargestellt.

Zwar ist der hohe Strombedarf für das Schürfen von Bitcoins nachteilig. Doch anders als beim Goldbergbau mit seinen bleibenden Landschaftsschäden ließe sich der Bitcoin-Strombedarf rein theoretisch über erneuerbare Quellen abdecken.

Die Anlagekosten für Bitcoin sind auch deutlich geringer als für Gold. Es fallen kaum Gebühren an, dafür aber Stromkosten. Gold dagegen erfordert einen Tresor, Lagerkosten und Versicherung. Allerdings ist die Bitcoin-Infrastruktur oft noch komplex für Laien.

Steuern, Korrelation und Kombinationsmöglichkeiten

In puncto Steuerfreiheit gelten für Gold und Bitcoin nach 12 Monaten Haltedauer die gleichen Regeln. Hier sind beide Anlageklassen gleichauf.

Spannend ist auch die fehlende Korrelation von Bitcoin mit anderen Assetklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen. Bitcoins Kursentwicklung folgt einem Eigenleben losgelöst von konventionellen Märkten. Dieser Unique Selling Point macht Bitcoin als Beimischung interessant im Depot.

Insgesamt ist das Rennen zwischen Gold und Bitcoin damit sehr eng. Nimmt man alle Aspekte zusammen, ist Gold insbesondere für risikoaverse Anleger die stabilere Wahl für den Werterhalt. Doch auch Bitcoin hat seinen Reiz durch hohe Renditechancen.

Eine sinnvolle Strategie könnte daher sein, die Vorteile beider Anlagen zu kombinieren: Bitcoin für die Rendite, Gold für die solide Basis. Oder man nutzt Bitcoin für schnelle internationale Transfers, während Gold die Rolle des Kurssicheren übernimmt. Sowohl Gold als auch Bitcoin haben ihre Daseinsberechtigung im Portfolio. Klug zusammengestellt ergänzen sich die Stärken beider Anlageschätze.